KLEINER KÖDER GANZ GROSS

Es sollte die erste WM Teilnahme für unsere deutschen ILLEX Teamangler Daniel Rößger und seinen Bootspartner André Naumann werden. Da die Recherche vorab ergab, dass vor allem die Barsche in den Midland Waters (England), dem Austragungsort der diesjährigen Raubfisch WM, nur schwer an den Haken zu bekommen sind, beschloss das Wettkampfteam gezielt auf diese in den Niederlanden zu trainieren. Bereits nach den ersten beiden Tagen auf holländischen Gewässern war klar - die Strategie ging auf. Zielfische bis zur magischen 50 cm Grenze wurden Dank 90er NITRO SHAD und DERACOUP erfolgreich zum Anbiss animiert.

Manchmal ist es komisch. Offen gestanden weiß ich nicht warum, aber ich hatte so ein Gefühl“, berichtete uns Daniel als es um die Vorbereitung für den 3. Trainingstag ging. Also wechselte er sein Tackle vom Vortag (UL Rute mit 30er Fluo als Vorfach und 6,7 kg Titan Leader) gegen die THE ARTIST S 2402 MH DARK ELF und ein 0,45er Fluo mit einer 15,3 kg Titanspitze, an der nun zudem ein stärkerer Snap hing. 9 Uhr startete die Tour vom Boot aus in Richtung eines fangreichen Spots der letzten Tage. Wieder waren bereits in den Morgenstunden viele größere Sicheln auf dem Echo zu sehen. Doch die Bisse blieben aus. Also beschlossen die Beiden erst einmal weiterzufahren und einige andere Stellen auf die Bissfreudigkeit der Fische zu prüfen.

Die Stunden des Angeltages vergingen und brachten den ein oder anderen, jedoch kleineren Fisch, an den Haken. Da das Bild des Echos vom Morgen den Jungs nicht mehr aus dem Kopf ging, führte es sie am Nachmittag erneut zurück an den ersten Spot des Tages. Dieser befand sich etwa 50 Meter vom Ufer entfernt und verbarg unter der Wasseroberfläche eine von drei auf sechs Meter abfallende Kante mit viel Aktivität. Da beim ersten Anlauf keine Barsche an den Haken zu bekommen waren, entschieden sich die Jungs nun mit größeren Gummis gezielt auf Hecht und Zander, passend zu der Größe der Sicheln, zu fischen. Trotz vieler Würfe und Köderwechsel blieb der ersehnte Biss aus. Die Soft- und Hardbaits wurden schlichtweg ignoriert. Selbstbewusst und mit einem Lächeln abgerundet, sagte Daniel zu André „Ich mach mal den Deracoup dran und zeig dir, dass hier Fische stehen.“ Unglaublich aber war. Erster Wurf, erster Biss. Da der Gegner unter Wasser, am anderen Ende der Schnur, anfangs einfach mitschwamm, dachten die Kollegen über Wasser, dass es sich hierbei um einen guten Barsch handeln müsste. Auf einmal kam es zur ersten Flucht. Das konnte kein Barsch sein. Die Bremse setzte sich erbarmungslos in Bewegung. „Mega Zander“ war der zweite Gedanke. Und bei der zweiten Flucht hieß es nur noch hektisch „Kescher! Wir brauchen einen Kescher!“.

Nach einigen aufregenden Minuten trat dann das Unsagbare zum Vorschein - eine immense Hechtdame mit stolzen 128 cm und 18,15 kg landete sicher im Netz. An der vorderen, linken Lippe, der Held des Tages - der Deracoup in 3/8 Oz. im AOTORA Dekor. PERSONAL BEST! Nach einem lauten Freudenschrei, der wahrscheinlich bis nach Deutschland zu hören war, wurden schnell ein paar Fotos gemacht, die Schönheit wieder in die Freiheit entlassen und abschließend eine Erfolgszigarre angezündet.

Gutgemacht Jungs!